Wissenswertes über Lamas und Alpakas (FAQ)


Lamas und Alpakas gehören zu der Gruppe der sog. Neuweltkameliden, haben also, wie es der Name sagt, eine Verwandtschaft zu den Kamelen. Lamas und die etwas kleineren Alpakas sind va. in den Anden in Südamerika anzutreffen, wo sie sich hervorragend an das raue und karge Klima angepasst haben. So sind es denn sehr genügsame Tiere, welche in unseren Breitengraden unter anderem in Bergzonengebieten sich überaus wohl fühlen. Lamas und Alpakas haben kein Problem mit der Kälte und mit Schnee, wohl aber mit Nässe, da ihre Wolle im Gegensatz zu Schafen kein Lanolin (Fett) enthält; bei einer artgerechten Tierhaltung ist somit dafür zu sorgen, dass den Tieren ein trockener Unterstand zur Verfügung steht. Die spezielle Beschaffenheit machen die Wolle der Lamas und va. der Alpakas zu einem sehr begehrten Rohstoff.


Wofür verwendet man Lamas und Alpakas?


In den Herkunftsländern in Südamerika wurden insbesondere Lamas zum Transport von Salz verwendet. Salz, welches vom Hochland in die Küstenregionen transportiert werden musste. Mehr und mehr spielt in den Herkunftsländern die Zucht und der Export von Tieren, auch nach Europa, eine grössere kommerzielle Rolle. Tradition ebenfalls va. in den Ländern Südamerikas hat die Herstellung von Produkten aus der hochwertigen Wolle von Kameliden.


In Nordamerika und Europa werden die Tiere sehr oft als reine Hobbytiere gehalten, was bei diesen sanftmütigen Tieren durchaus seine Berechtigung hat. Neben der Verwendung der Wolle spielt in Europa und der Schweiz die Zucht und der Verkauf von Tieren eine grosse kommerzielle Rolle. Im agrotouristischen Bereich sind die Lamas in Anlehnung an die südamerikanische Tradition bei der Organisation von Trekkingtouren einsetzbar, wobei ein Lama nie ein Reittier, sondern immer ein Lastenträger und vor allem sanftmütiger Begleiter ist.


Rund um die Fortpflanzung


Lamas und Alpakas haben eine Tragezeit von rund einem Jahr und gebären praktisch nie Zwillinge – die Reproduktionsrate ist im Vergleich zu Schafen z.B. also nicht sehr gross. Die Jungtiere säugen mindestens 6 Monate, meist bis zu einem Jahr. Bei Haltung zusammen mit einem Deckhengst wird die Stut nach der Geburt praktisch immer innerhalb des ersten Monats nach der Geburt wieder gedeckt, insbesondere deshalb, weil die Empfänglichkeit in dieser Zeit am höchsten ist.


Kann man Lamas und Alpakas essen?

 

Das Fleisch von Kameliden wurde in den Herkunftsländern verwendet. Allerdings werden diese Tiere nicht zur Fleischgewinnung gezüchtet und gemästet,
die Tiere wurden erst in fortgeschrittenem Alter für die Ernährung der Menschen noch verwertet.


Spucken Lamas?


Ja, allerdings praktisch ausschliesslich zur Festlegung der Rangordnung innerhalb der Herde oder zur Verteidigung von Futteransprüchen untereinander. Menschen werden als nicht zu der gleichen Spezies gehörende praktisch nie gezielt angespuckt, ausser sie werden gequält oder extrem bedrängt. Bei einem Lamatrekking ist es zumindest bei uns noch nie zu einer gezielten „Spuckattacke“ gegen einen Menschen gekommen, ein solches Ereignis würde uns auch sehr wundern. Lamaspucke ist zwar möglicherweise eklig in Vorstellung und Geruch, aber problemlos abwaschbar, ungefährlich und in jedem Fall ohne Spätfolgen für Mensch und dessen Textilien. face="Trebuchet MS, Geneva, Arial, Helvetica,


Wie verhalten sich Lamas und Alpakas?


Grundsätzlich sind Kameliden Flucht- und Herdentiere, allerdings geprägt von einer ausserordentlichen Neugier. Die menschliche Hand lässt die Tiere, sofern sie sich nicht sehr daran gewöhnt haben, zurückweichen, da die Pranke des Pumas in Südamerika eine hauptsächliche Bedrohung für die Tiere darstellt. Die Begrüssung mit dem Kopf bei gleichzeitigem Verstecken der Hände lässt die Tiere sehr schnell ihre Distanz überwinden und lässt die Neugier obsiegen. Als Fluchttiere reagieren Lamas und Alpakas auf schnelles „Auf sie zugehen“ natürlich mit Zurückweichen. Abwartendes Stillhalten ist somit angezeigt, gut für die Tiere und das eigene Gemüt.


Und Kinder?


Selbst grosse, 150 kg Tiere stellen für Kinder keine Gefahr dar. Die Tiere scheinen eine ausgesprochene Sensibilität für Junglebewesen zu haben und damit auch für Kinder. Trekkings werden somit auch ab einem Alter von 6 Jahren angeboten, wobei in kleinerem Rahmen auch schon 3-4 jährige Kinder unter Aufsicht mit einem Tier an der Leine ihre Runden gedreht haben.